Erste DAFF-Filme sind ermittelt!

Bild: H.-W. Kreidner

Drei Goldmedaillen hat die Jury des Bundesfilmfestivals Doku in Fuldabrück am 8. April 2018 vergeben. Ausgezeichnet wurden: Anton Wallner (Bayern) für „Im Licht des Ayeyarwady“ (2.v.l.), Gertrud Quartier (Hessen) für „Meine drei Brüder“ und Michael Preis (NRW) für „HAVANNA-BLUES“ (2.v.r.) – auf dem Bild mit BFF-Ausrichter Norbert Lippe (r.) und Juryleiter Adalbert Becker (l.).

Eingeladen zu den 76. Deutschen Filmfestspielen vom 10. bis 13. Mai 2018 in Rain am Lech sind des Weiteren: „Hatari, Gefahr in der Serengeti?“ von Jürgen Richarz (Düsseldorf), „Alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“ von Günter Stuhr (Kiel), „Grüne Steine“ von Hans-Werner Gierhake (Soest) und „Da kam ick ins Grübeln“ von Lutz Schulze (Weilheim/Teck).

Bundesfilmfestivals starten am Wochenende nach Ostern in Fuldabrück

Menschliches Miteinander und Zeitgeschichte

Vielfalt des Dokumentarischen Films im Fokus: Reisereportage, Technik, Kunst und Lokales   

Zum zweiten Mal veranstaltet der Bundesverband Deutscher Film-Autoren e.V. (BDFA) am Wochenende nach Ostern im hessischen Fuldabrück nahe Kassel das Bundesfilmfestival DOKU. 42 Filme nichtkommerzieller Filmemacher aus allen Teilen Deutschlands widerspiegeln die Vielfalt von Themen und Geschichten, die das Leben schreibt. Von Freitag bis Sonntag wird dem Publikum die ganze Bandbreite des dokumentarischen Kurzfilms präsentiert: von persönlich gefärbter Zeitgeschichte über eine Allegorie des Ideals menschlichen Miteinanders bis zum lebenslustigen Porträt. Zu erleben sind beispielsweise bezaubernde Landschaften zwischen Hohe Tauern und Dolomiten. Was das Festival attraktiv macht, sind beeindruckende Reisereportagen in exotische Welten: Myanmar, Namibia, Mexiko. „Havanna Blues“ stellt Menschen zwischen Enttäuschung und Hoffnung vor. Eine fiktive Reportage über isländische Trolle, die man nicht sieht, aber jederzeit spürt, dürfte besonders unterhaltsam sein.

BFF Doku Fuldabrück, Bürgerhaus Bergshausen

Wie kein anderes Genre steht Dokumentarfilm für gesellschaftliche und soziale Themen. In „Mein Neuanfang“ zum Beispiel schildert eine Schülerin aus Syrien an der Lobdeburgschule Jena ihre innersten Gefühle. Dem Krieg entkommen und nach Deutschland geflüchtet, steht sie vor ihrem neuen Leben, noch verängstigt durch die Vergangenheit, voller Hoffnung aber auch Zweifel bezüglich der Zukunft. Um Heimat dreht es sich ebenso in einer Doku über ein Dorf, das dem Braunkohletagebau weichen muss. Eine Reportage lässt den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs miterleben. Der Zuschauer bekommt Einblicke in die Arbeit eines Klavierbaumeisters und die besonderen Fähigkeiten eines Wasserkraftwerkes.

Filmemacher aus Hessen sind hier mit drei Filmen vertreten. Der Filmclub Offenbach stellt eine Theaterproduktion vor und reflektiert ein tragisches Ereignis 1953 auf dem  Matterhorn. Um Geschichte und Gegenwart der Fuggerei in Augsburg dreht es sich in einer weiteren Doku aus Hessen. Die Filme haben sich über Landesfilmfestivals für diesen Event qualifiziert. Alle werden von einer Fachjury öffentlich diskutiert.

Eröffnung: Das Bundesfilmfestival Dokumentarischer Film wird am 6. April um 17 Uhr im Bürgerhaus Bergshausen in Fuldabrück eröffnet. Zum Abschluss am 8. April werden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben und die Besten delegiert zu den 76. Deutschen Filmfestspielen des BDFA (10.-13. Mai 2018 in Rain am Lech).

BFF Fiction Publikum

Der BDFA, größte nichtkommerzielle Vereinigung von Filmemachern und Filmclubs in Europa, veranstaltet weitere Bundesfestivals Doku in Castrop-Rauxel (13.-15. April) und in Dorfen/Bayern (27.-29. April) sowie die Bundesfestivals Fiktionaler Film in Schrobenhausen (20.-22. April) und Naturfilm in Blieskastel (27.-29. April).

Ausrichter: BDFA Hessen e.V./Film- und Videoclub Fuldabrück

www.bdfa-hessen.de/bff

Kontakt: Norbert Lippe, Habichtswaldstraße 11A, 34277 Fuldabrück
Tel. (05665) 4825 / E-Mail: norbert.lippe@bdfa.de

Bilanz der Reform und Ideen fürs Clubleben

Im Fokus der BDFA-Jahrestagung 2018 am 16./17. Februar in Bad Salzungen stand die Evaluierung der Wettbewerbs- und Festivalreform. Als erste Bestandsaufnahme präsentierte Marcus Siebler eine Bilanz des ersten Jahres der Wettbewerbsreform aus der Sicht eines BFF-Ausrichters (mehr im Report 1/18). Wie die Neuerungen in den Bereichen umgesetzt werden, wurde in Gruppen diskutiert. Der Bereich Ost mit fünf Landesverbänden hat die größten Herausforderungen in der Koordinierung zu leisten. Ein großes Problem sind zu kurze Zeiträume vor den Bundesfestivals.

Für die künftige Einführung eines digitalen Filmdatentransportes wurde der Vorstand ermächtigt, alle Fragen bezüglich der BDFA-Datenbank mit Adalbert Becker zu klären und endgültig zu entscheiden. Emotional diskutiert wurde eine Palette von Möglichkeiten, was für Mitglieder weiter getan werden kann, damit alle unseren Verband als Heimat ihres Hobbys verstehen und der BDFA am Leben erhalten und langfristig auf sicherem Kurs geführt wird. Eine Ideensammlung dazu im BDFA-Report in „film&video“ 1/18.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird in Kürze im Downloadbereich eingestellt. 

BDFA-Vorstand im Amt bestätigt

Die Mitgliederversammlung 2018 des BDFA wählte am 18. Februar im Kurhaus am Burgsee in Bad Salzungen einen neuen Vorstand. Der bisherige Präsident Marcus Siebler ist auch der neue. Wahlleiter Walter Reichhart dankte ihm für seine erste Amtszeit. Es sei ihm gut gelungen, frischen Wind in den Verband zu bringen und Vertrauen zu gewinnen. Auch die Vizepräsidenten Bernhard Lindner und Schatzmeister Klaus Piotrowski stellten sich erneut der Wahl und wurden ebenso einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Im Jahresbericht stellt der BDFA-Präsident fest, dass die Wettbewerbs- und Festivalreform im ersten Jahr, abgesehen von kleineren Zwischenfällen, im Großen und Ganzen gelungen ist. „Wir haben keine andere Wahl, als unsere Infrastruktur den Herausforderungen eines kleiner werdenden BDFA anzupassen.“ Dazu würde es in den nächsten Jahren sicher zu der ein oder anderen schmerzlichen Einsparung kommen müssen. Generell sollten konkrete Überlegungen angestellt werden, wie sich der Verband zukünftig ausrichtet, um finanziell stabil bleiben zu können, so der Präsident.

Allen Ausrichtern der Bundesfilmfestivals, DAFF und World Movie Contest der UNICA dankte Siebler für ihr großes Engagement. Als besonderes Ereignis geht das Jubiläum „90 Jahre BDFA“ mit Feier, Aktivitäten und der Festschrift mit Anekdoten von Manfred Riep in die Geschichte ein. Einen Wechsel an der Verbandsspitze gab es in zwei großen Landesverbänden: Adalbert Becker löste in Bayern Reiner Urban ab, in NRW folgt Andreas Klüpfel auf Erik Jäger. Der auf Mehrwert ausgelegte Prozess, die Angebotspalette an Mitglieder-Vorteilen in aller Breite bereitzustellen soll noch serviceorientierter werden. Im Sinne der Förderung des Amateurfilms zeigt sich Siebler überzeugt, im BDFA den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und diesen weiter auszubauen. Für eine sichere Zukunft des Verbandes bedürfe es des Mitwirkens von allen.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird in Kürze im Downloadbereich eingestellt.