Bilanz der Reform und Ideen fürs Clubleben

Im Fokus der BDFA-Jahrestagung 2018 am 16./17. Februar in Bad Salzungen stand die Evaluierung der Wettbewerbs- und Festivalreform. Als erste Bestandsaufnahme präsentierte Marcus Siebler eine Bilanz des ersten Jahres der Wettbewerbsreform aus der Sicht eines BFF-Ausrichters (mehr im Report 1/18). Wie die Neuerungen in den Bereichen umgesetzt werden, wurde in Gruppen diskutiert. Der Bereich Ost mit fünf Landesverbänden hat die größten Herausforderungen in der Koordinierung zu leisten. Ein großes Problem sind zu kurze Zeiträume vor den Bundesfestivals.

Für die künftige Einführung eines digitalen Filmdatentransportes wurde der Vorstand ermächtigt, alle Fragen bezüglich der BDFA-Datenbank mit Adalbert Becker zu klären und endgültig zu entscheiden. Emotional diskutiert wurde eine Palette von Möglichkeiten, was für Mitglieder weiter getan werden kann, damit alle unseren Verband als Heimat ihres Hobbys verstehen und der BDFA am Leben erhalten und langfristig auf sicherem Kurs geführt wird. Eine Ideensammlung dazu im BDFA-Report in „film&video“ 1/18.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird in Kürze im Downloadbereich eingestellt. 

BDFA-Vorstand im Amt bestätigt

Die Mitgliederversammlung 2018 des BDFA wählte am 18. Februar im Kurhaus am Burgsee in Bad Salzungen einen neuen Vorstand. Der bisherige Präsident Marcus Siebler ist auch der neue. Wahlleiter Walter Reichhart dankte ihm für seine erste Amtszeit. Es sei ihm gut gelungen, frischen Wind in den Verband zu bringen und Vertrauen zu gewinnen. Auch die Vizepräsidenten Bernhard Lindner und Schatzmeister Klaus Piotrowski stellten sich erneut der Wahl und wurden ebenso einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Im Jahresbericht stellt der BDFA-Präsident fest, dass die Wettbewerbs- und Festivalreform im ersten Jahr, abgesehen von kleineren Zwischenfällen, im Großen und Ganzen gelungen ist. „Wir haben keine andere Wahl, als unsere Infrastruktur den Herausforderungen eines kleiner werdenden BDFA anzupassen.“ Dazu würde es in den nächsten Jahren sicher zu der ein oder anderen schmerzlichen Einsparung kommen müssen. Generell sollten konkrete Überlegungen angestellt werden, wie sich der Verband zukünftig ausrichtet, um finanziell stabil bleiben zu können, so der Präsident.

Allen Ausrichtern der Bundesfilmfestivals, DAFF und World Movie Contest der UNICA dankte Siebler für ihr großes Engagement. Als besonderes Ereignis geht das Jubiläum „90 Jahre BDFA“ mit Feier, Aktivitäten und der Festschrift mit Anekdoten von Manfred Riep in die Geschichte ein. Einen Wechsel an der Verbandsspitze gab es in zwei großen Landesverbänden: Adalbert Becker löste in Bayern Reiner Urban ab, in NRW folgt Andreas Klüpfel auf Erik Jäger. Der auf Mehrwert ausgelegte Prozess, die Angebotspalette an Mitglieder-Vorteilen in aller Breite bereitzustellen soll noch serviceorientierter werden. Im Sinne der Förderung des Amateurfilms zeigt sich Siebler überzeugt, im BDFA den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und diesen weiter auszubauen. Für eine sichere Zukunft des Verbandes bedürfe es des Mitwirkens von allen.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung wird in Kürze im Downloadbereich eingestellt. 

Clubübergreifende Hilfe bündelt Ressourcen

Ein gutes Beispiel über Ländergrenzen hinaus kommt aus NRW. Andreas Klüpfel vom Filmclub Solingen berichtet über nachahmenswerte Kooperationen, nachdem er sich mit Problemen konfrontiert sah.

In den Clubs kann oft nicht mehr jeder alle Aufgaben übernehmen. Vereine haben zwar eine Internetseite, doch der Verantwortliche für die Pflege der Inhalte ist nicht mehr im Club. Bei Schulungen  benötigen Kurse mit einem professionellen Trainer eine Mindestteilnehmerzahl, die man aus den eigenen Reihen nicht mehr bekommt. Beim  Ausrichter des Wettbewerbs „NRW – mein Land“ stellte sich heraus, dass die Internetseite www.nrw-mein-land.de noch auf 2016 verwies, weil der Club keinen Webmaster mehr hat. So bot ich ihm an, das Anmeldeformular zu überarbeiten und über den Server vom Filmclub Solingen zum Download zur Verfügung zu stellen. Da ich im Nebenberuf Internetseiten auf WordPress umstelle, habe ich das Fachwissen für Programmierung. Das Werbeplakat habe ich mit Photoshop überarbeitet und die Internetseite auf den neuesten Stand gebracht. Clubübergreifende Hilfe nenne ich das Zauberwort für die nächsten Jahre. Die Clubs müssen zusammenwachsen und sich helfen, wo es Engpässe gibt. Das Landesfilmfestival in Düsseldorf meistern seit Jahren Mitglieder mehrerer Vereine. Warum das nicht ausweiten? Gedacht – getan. Über den Lernsender nrwision und die Landesanstalt für Medien konnte ich ein professionelles Trainerteam organisieren für eine Tagesschulung zum Thema „Texte für meinen Film erstellen“. Aus dem Solinger Club meldeten sich nur fünf Teilnehmer.  Die freien Plätze bot ich umliegenden Clubs an. So hatten wir eine super Truppe von zwölf Teilnehmern und einen Kurs, der alle begeisterte. Der Folgekurs „Sprechen am Mikrofon“ ist fast ausgebucht. Fürs nächste Jahr sind drei Tageskurse geplant und auch ein Clubleitertreffen, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Einfach mal über die Clubgrenzen hinausdenken. Einzelkämpfer konnten wir früher sein mit genug Mannschaftsstärke im Rücken. Heute heißt es: Ressourcen bündeln, auch gemeinsam filmen. So wie ich mir für einen Spielfilm aus dem SFW Filmclub einen zweiten Kameramann holte. Es geht alles, man muss nur mit Leuten sprechen.

Kontakt: www.filmclub-solingen.de

„Die Kandidaten“ Crowdfunding-Kampagne

„Die Kandidaten“

Ein Kinodokumentarfilm über JungpolitikerInnen
Michael Schwarz, BDFA-Mitglied: Finanzielle Unterstützung willkommen!
Crowdfunding-Kampagne läuft bis 20. August!

Michael Schwarz, BDFA-Mitglied und häufig Juror bei BDFA-Wettbewerben, arbeitet an seinem ersten langen Dokumentarfilm. Unter dem Titel „Die Kandidaten“ will er und sein Team „Nachtschwärmerfilm“ aus Mainz einen Kinodokumentarfilm über sechs rheinland-pfälzische JungpolitikerInnen im Bundestagswahlkampf 2017 drehen. Was sind das für Personen, die sich hier politisch engagieren, was genau treibt sie an? Wie funktioniert so ein Wahlkampf eigentlich im „Kleinen“ – und wie sieht dieser individuelle „Höllenritt“ im Politalltag aus?

Bis zum 20. August läuft dafür eine Crowdfunding-Kampagne. Filmemacher Michael Schwarz: „Ich würde mich sehr freuen, wenn Verbandsmitgliedern das Projekt gefällt. Jede finanzielle Unterstützung ist höchst willkommen!“ Auf der Internetseite www.startnext.com/die-kandidaten kann man das Projekt durch eine Spende unterstützen. Hier gibt es auch einen kurzen Film, in dem die Filmemacher ihr Vorhaben vorstellen.

Der Mainzer Filmproduzent und Regisseur Michael Schwarz (38) ist auch BDFA-Mitglied.

„Eine Finanzierung des unabhängigen Projekts über klassische Filmförderungen war aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit nicht möglich. Unterstützt werden wir mit Fördergeldern der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz, und auch die Landeszentrale für politische Bildung ist als Partner dabei. Dennoch sind wir essentiell auf diese Crowdfunding-Kampagne angewiesen“, sagt Michael Schwarz. „Von daher bitten wir Euch herzlich, dieses wichtige Projekt zu unterstützen und damit überhaupt erst möglich zu machen. Jeder Euro zählt! Bei Erreichen der Fundingschwelle von 5.000 EUR können wir den Film realisieren. Zusammen mit uns zugesagten Mitteln wird die Summe in ca. 25 Drehtage fließen.

Nach Fertigstellung des Films im Frühjahr 2018 möchten wir „Die Kandidaten“ auf nationalen und internationalen Filmfestivals präsentieren. Parallel dazu werden wir unsere Doku bei Filmvertrieben vorstellen, damit unsere KANDIDATEN im Kino zu sehen sind. Die Alternative ist unsere eigene Tournee und die gezielte Platzierung des Films in Programmkinos.“

Was ist Crowdfunding?

Mit Crowdfunding lassen sich Projekte finanzieren, wobei eine Vielzahl an Menschen ein Projekt finanziell unterstützt. Meist gibt es eine im Vorfeld definierte Mindestsumme, die in einem festgelegten Zeitraum erreicht werden muss, damit das Crowdfunding erfolgreich ist und das Projekt realisiert wird. Erst vor wenigen Monaten finanzierte der baden-württembergische Filmclub Lahr um Enrico Kurz sein neues Filmprojekt „Wie du erkennen kannst, dass ich im Himmel bin“ auf gleiche Art und Weise. „Ein zukunftsträchtiges Unterfangen, auch für Filmclubs, um sich bekannt zu machen und damit Projekte zu finanzieren“, so wie BDFA-Präsident Marcus Siebler bereits mehrfach betonte.

Hans-Werner Kreidner

BDFA-Homepage-Award – Online-Abstimmung

Öffentlichkeitswirksame Präsenz im Internet ist so wichtig wie nie zuvor. 13 Bewerber sind im Wettbewerb um die ersten drei Plätze, die mit insgesamt 600 EUR notiert sind.

Einzige Voraussetzung der Bewerbung war: Die Homepage muss eine direkte Verbindung mit dem Bundesverband Deutscher Film-Autoren e. V. aufweisen (BDFA-Filmclub, BDFA-Landesverband, BDFA-Filmfestival, BDFA-Mitglied usw.).

Die dreizehn Bewerber:

www.filmclub-solingen.de
www.teammoewe.de
www.bdfa-lvbw.de
www.ffc-ahrweiler.de
www.pumago.de
www.objektiv-mg.de
www.unica2017.de
www.filmclub-badlippspringe.de
www.film-club-breisgau.de
www.fernweh-film.de
www.lfc-lb.de
www.daff2017.de
www.vfkgt.net

Sehen Sie sich zunächst die Seiten aller Bewerber in Ruhe an. Die jeweiligen Links finden Sie im News-Bereich auf www.bdfa.de. Auch während der Abstimmung finden Sie nochmals die Links der entsprechenden Seiten. Wenn Sie sich eine Meinung gebildet haben, vergeben Sie fünf Smileys für jeweils fünf Fragen:

1. Wie gefällt Ihnen Form und Layout?
2. Ist die Seite benutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet?
3. Besitzt die Seite den Informationswert, über den sie Sie informieren will?
4. Ist die Seite aktuell oder finden Sie völlig veraltete Inhalte?
5. Wie ist Ihr Gesamteindruck der Seite?

Über den geschossenen Mitglieder-Bereich BDFA-Downloads geht es zur Abstimmung. Das Kennwort finden Sie in „film&video“ 01/2017 oder im elektronischen BDFA-Newsletter. Wir haben die Abstimmung so einfach wie möglich gestaltet.

BITTE BEACHTEN SIE, DASS SIE AN DER ABSTIMMUNG NUR EINMAL TEILNEHMEN KÖNNEN. BRECHEN SIE DAHER NICHT AB, SOBALD SIE SIE EINMAL GESTARTET HABEN.

Abstimmungszeitraum: 04. April 2017 bis 05. Mai 2017 (24 Uhr).

Wir freuen uns auf rege Teilnahme und wünschen den Bewerbern viel Erfolg! Viel Spaß!

Ihr BDFA-Vorstand