Ergebnisse der Deutschen Film-Festspiele 2015

14_09_19+DAFF15+Mailbanner+klein_web

BDFA-Filmpreise gingen an

„Das Tor zum Irgendwo“
von Anton Wallner (Passau)

Begründung:
„Das Ereignis findet täglich statt, mehrfach am Tag und stellt für den normalen Mitteleuropäer ein Ereignis dar, das nicht in seine gewohnten Rituale passt. Der Autor versteht es, uns den Vorgang mit der gebotenen Zurückhaltung und doch filmisch nah zu vermitteln. Der Kommentar drängt sich nicht auf, informiert aber umfassend. Ein Film über die Totenverbrennung in Kathmandu. Ein Filmpreis für „Das Tor zum Nirgendwo“ von Anton Wallner.“

Laudator: Bernhard Lindner

==================================

„Letzter Wille: Idylle“
von Alice von Gwinner (Leipzig)

Begründung:
„Idyll AG zeigt, dass sich das Leben nicht planen lässt. Alice von Gwinner hat diesen Film mit einer solch präzisen, aber auch liebevollen Hand produziert, dass man nicht umher kommt, diese Leistung zu würdigen. Ein phantasievolles Drehbuch, absolut professionelles Bühnenbild, gepaart mit Animationen und tollen Darstellern in aufwändigen Kostümen, nehmen einen mit in die Welt der Harmonie, die letztendlich keine wird. Das alles mit einem perfekt gemischten Sound und einer eindrucksvollen Effektgeräuschkulisse. Alice von Gwinner hat bewiesen, dass man auch mit jungen Jahren eine beeindruckende Produktion stemmen kann, die den Zuschauer mitreisst.“

Laudator: Thomas Blachetzki

==================================

„Eine spannende Geschichte“
von Peter Dehoust (Ludwigsburg)

Begründung:
„Pfui Spinne? Weit gefehlt! In wunderbaren Bildern bringt uns Peter Dehoust die Welt der Wespenspinne und ihrer Artgenossen auf einer Wiese näher. Dieser Naturfilm besticht durch exzellente und überraschende Bilder kunstvoller Spinntechniken von Netz und Kokon. Begleitet von einem angenehmen wie informativen Kommentar nimmt der Autor uns mit durch ein Jahr voller kleiner Entdeckungen.“

Laudatorin: Naemi Reymann

==================================

„Okay.“
von Lotta Schwerk (Berlin)

Begründung:
„Vier Minuten, in denen sich für eine junge Frau eine neue Welt öffnet. Vier Minuten, in denen kleine Blicke und Gesten reichen. In denen wir eine Achterbahnfahrt der Gefühle miterleben aus Euphorie, Verwirrung, Angst und Erleichterung. Schauspieler, Szenebild, Location, Kamera, Schnitt, Musik: Das perfekte Zusammenspiel berührt die Herzen der Zuschauer. Rührt an. Lebe,  was du fühlst, Melli, denn es ist dein Leben. Und das ist mehr als nur Okay.“

Laudator: Christian Beisenherz

==================================

„Vollblutchoreograph und Halbweltdame“
von Robert Becker (Dreieich-Götzenhain)

Begründung:
„Gut strukturierte, präzise Originaltöne, sparsam erklärender Sprechertext, reportagige Kamera, die immer nah am Geschehen ist, perfekte Schnitte und viele Stunden Drehzeit: Das sind die Zutaten dieses Making-of der Produktion von „Professor Unrat“. Und offensichtlich hat es der Autor auch geschafft, das Vertrauen der Beteiligten zu erlangen, die sich von seiner Kamera nicht aus dem Takt bringen ließen und ihm mit bemerkenswerter Offenheit begegnet sind. So schuf er eine halbe Stunde Ballettfilm, die auch für Ballettbanausen spannend und informativ ist.“

Laudator: Christian Beisenherz

==================================

„Im Reich des Steinbocks“
von Jürgen Bergmann (Berghaupten)

Begründung:
„Die Tour ist erst vorbei, wenn der Abstieg geschafft ist! In atemberaubenden Bildern nehmen uns die beiden Filmautoren mit auf ihre Extremklettertour in die Schweizer Bergwelt. Begegnungen mit seltenen Tieren, grandiose Kamerafahrten und überraschende Detailaufnahmen machen diesen Sportfilm zu einem besonderen Ereignis.“

Laudatorin: Naemi Reymann

==================================

„Umgedreht – Asya Elmaz
von Ellen Rudnitzki (Köln)

Begründung:

„Wie geht man ein Thema an, das in unserer Gesellschaft auch heute immer noch oft tabuisiert wird? Und wie macht man das erst, wenn der Film über dieses Thema in einem Land spielt, das bis heute noch viel mehr nach strengen Regeln lebt. Man macht es wie Ellen Rudnitzki in Ihrer Reportage „Umgedreht – Asya Emmas“. Stets mit dem nötigen Respekt und der Distanz, die es benötigt, aber immer so nah dran, dass man sich mit dem Thema „Transsexualität“ ernsthaft befasst. Mit Ihrem Film lässt sie das Publikum teilhaben an den Sorgen, der Gewalt und der Ausgrenzung, mit denen diese Frauen leben müssen, aber auch am Mut, den sie haben und an den Zielen, für die sie kämpfen. Das alles mit eindrucksvollen Bildern und sehr emotionalen O-Tönen. Sie verschafft den Protagonisten damit Gehör und eine Bühne, die in der Türkei bisher nur im Untergrund zu finden ist.“

Laudator: Thomas Blachetzki

==================================

Der diesjährige BDFA-Ehrenfilmpreis ging an

Jürgen Baquet

aus Blieskastel-Niederwürzbach

für sein über vier Jahrzehnte langes Engagement im Filmer-Dachverband, insbesondere als Landesverbandsvorsitzender des BDFA Saarland und Ausrichter des Bundesfilmfestivals Naturfilm.

==================================

Weitermeldungen zur UNICA (Weltmeisterschaft) 2015 in St. Petersburg (Russland)

„Geheimnisvolle Pegnitzauen“
Naturfilm von Georg Bock (Pegnitz)

„Watched“
Trickfilm von Richard Forstmann (Dresden)

„Leben mit Shiva“
Reisefilm von Michael Preis (Dortmund)

Fenster zur Unterwelt
Naturfilm von Simone Thernes, (Wulfsen)

„Kleine, leichte Seele“
Trickfilm von Josephine Hock (Arnstadt)

==================================

UNICA WORLD-MINUTE-MOVIE-CUP (in St. Petersburg, Russland)

„Kopfkino“
Fantex von Frank Lauter (Schwäbisch Hall)

„Ein schöner Abend“
Spielfilm von Frank Melchert (Brackenheim)

==============================================

Die Medaille des Weltverbands UNICA für besondere Leistungen
über die Ländergrenzen hinaus wurde an

Dr. Frank Dietrich
aus Senftenberg verliehen.

==============================================

Mit dem BDFA Special-Award wurde der Film
„Shit-Storm“
von Marcus Siebler, Gerolsbach
ausgezeichnet

==============================================

DAFF-FANTEX-Preis 2015 (gestiftet von Horst Orlich/Holzkirchen)
„Fabulaphrenie“
von Wencke Donath und Sascha Piarerva (Rostock)

==============================================

DAFF-PUBLIKUMSPREIS (Sieger der Publikumswertung)

1. ?Unterschiede? Boys vs. Girls
von Egid Spies und Team (Grundschule Rieden)

2. „Leben mit Shiva“
von Michael Preis (Dortmund)

3. „Mit Raketa zum Karabatkak“
von Erich Heucke (Grafing)

==============================================

Jahresmotto 2014/2015: Bester Videoclip

„Morgenrot“

von Manfred Hausmann (Erfurt)

==============================================

Das Jahresmotto 2015/16 ist der Report.

==============================================