Vorstandswechsel im Landesverband NRW

Mitgliederversammlung wählte Andreas Klüpfel zum neuen
Vorsitzenden des größten und mitgliederstärksten Landesverbandes

Auf der Jahresversammlung 2018 des BDFA-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen wählte die Mitgliederversammlung am 13. Januar einen neuen Vorstand. Der bisherige 1. Vorsitzende, Erik Jäger, schlug Andreas Klüpfel, 1. Vorsitzender des Filmclubs Solingen e.V., als Nachfolger vor, der daraufhin einstimmig in dieses Amt gewählt wurde. Aus persönlichen Gründen hatten Erik Jäger und Schatzmeister Hans Joachim Stöger vorzeitig ihre Ämter niedergelegt. Erik Jäger wird sich als frischer Rentner verstärkt in Entwicklungshilfe-Projekte einbringen und viel Zeit im Ausland verbringen. Für seine geleistete Arbeit im BDFA wurde ihm gedankt und für seine künftigen Aufgaben viel Erfolg gewünscht. Hans Joachim Stöger, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet, wird das Amt kommissarisch einige Monate noch erfüllen, bis sich seine Nachfolgerin eingearbeitet hat. Zur Schatzmeisterin gewählt wurde Gabriele Lichtenhagen. Als 2. Vorsitzender wurde Hans Berenberg einstimmig bestätigt.

Neuer Vorsitzender des BDFA-Landesverbandes NRW: Andreas Klüpfel

Ein wichtiger Punkt für die Zukunft des BDFA-NRW ist der Beschluss, die Regionen Düsseldorf und Köln zu einer Region Rheinland zu vereinen. Durch Zusammenlegen der Regionen profitieren die Filmer der Kölner Region, weil sie ihre Filme jährlich zu zwei Wettbewerben in Düsseldorf melden können. Diese Regelung gilt zunächst für die Wettbewerbssaison 2018/19. Nach ersten Erfahrungen wird entschieden, ob die Regionen komplett neu gebildet werden.

Der neue Landesverbandsvorsitzende Andreas Klüpfel, der erst seit dreieinhalb Jahren Mitglied im BDFA und seit zwei Jahren 1. Vorsitzender des Filmclubs Solingen ist, kann völlig unbelastet durch alte Querelen seine Arbeit aufnehmen. „Was früher mal war, ist Vergangenheit. Wir dürfen nicht vergessen, dass es bei der Filmerei um unser Hobby geht, das uns Spaß machen soll. Wir haben wichtige Aufgaben zu bewältigen. Aber wer sagt, dass wir diese nicht auch locker und mit Freude an der Sache leisten können. Ernst ist das Berufsleben schon genug.“

Von Mitgliedern, für Mitglieder – das macht den BDFA aus!

Andreas Klüpfel möchte die Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Medien und dem TV-Lernsender NRWision verstärken. Vorgesehen ist eine Mediathek. Ziel des neuen Vorsitzenden ist es auch, die Zusammenarbeit zwischen den Clubs zu verstärken. Was in den vergangenen Jahren ein starker Filmclub alleine schaffen konnte, ist heutzutage in vielen Clubs leider nicht mehr möglich. Mitgliederschwund und Überalterung lassen diverse Aktivitäten nicht mehr zu. „Da sollten die Filmclubs mehr zusammenarbeiten. Der Filmclub Solingen half zum Beispiel dem Filmclub Walsum-Wacker für den Wettbewerb „NRW – mein Land“ bei der Internetgestaltung. Mehrere Clubs in einer Ausrichtergemeinschaft organisieren schon seit Jahren zweimal im Jahr erfolgreich das Landesfilmfestival in Düsseldorf. Von Mitgliedern, für Mitglieder – das macht den BDFA aus!“

Die Internetseite bdfa-nrw.de soll neugestaltet und mit mehr Informationen versehen werden. Andreas Klüpfel und Frank Nienhaus werden die Homepage gemeinsam verwalten. Fortgeführt werden soll der 2017 eingeführte NRW-Filmer-Stammtisch, bei dem sich sonntags Filminteressierte zum Brunchen treffen und über Filmthemen fachsimpeln. Zum Abschluss zeigte Andreas Klüpfel Filmtrailer aus Clips von Filmclubs, die den BDFA-NRW repräsentieren und auf Festivals gezeigt werden sollen.

Kontakt: Andreas Klüpfel, 1. Vorsitzender des BDFA Nordrhein-Westfalen e.V.
Bäckershof 19, 42699 Solingen, Tel.: 0212 – 2530500
E-Mail: andreas.kluepfel@bdfa.de

Weihnachten 2017

Liebe Filmfreunde!

Ein äußerst ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Erstmals griffen in der vergangenen Wettbewerbssaison tiefgreifende und neue Reformen in der Festivallandschaft, der BDFA wurde neunzig Jahre jung, und mit dem World Movie Contest – UNICA 2017 durften wir in der Zeche Zollern Dortmund eine Veranstaltung mit Geburtstagsparty erleben, die seines gleichen sucht. Zugegeben, man könnte sich auch ein ruhigeres volles Amtsjahr vorstellen, aber rückblickend kann man nur sagen: Was für zwölf bewegte Monate!

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest
sowie ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018!

Es wartet weiterhin viel Arbeit auf uns.

Ihr BDFA-Vorstand

Exklusiv für BDFA-Mitglieder – DAFF-2018-Shop ist nun online!

Dieser ist erreichbar über www.daff2018.de,  www.shop.daff2018.de  oder  www.shop.filmclubrain.de

Auch die DAFF-Webseite wurde um weitere Informationen und Ablaufpläne ergänzt. Abgesichert ist der Shop momentan noch durch das Allen bekannte Passwort aus dem Download-Bereiches der BDFA-Webseite (finden Sie auch in „film&video“).

Rettet den Minutenfilm!

Im Fokus: der 25. Deutsche Minutenwettbewerb 2018

 Dieser Artikel ist logischerweise kurz, dafür aber beängstigend in seiner möglichen Tragweite. Der Minutenfilm im BDFA-Geschehen scheint bald auszusterben, was den unten zeichnenden Filmemacher Frank Dietrich zu einem Aufschrei veranlasst, der in jedes Schnittstudio dringen muss.

Wodurch ist eigentlich die hohe Kunst des Erzählens auf kürzestem Weg abhanden gekommen? Dem Dichter ist zuzurufen, dass seine Schreiberei nicht so sehr mit „dichten“, sondern mit „verdichten“ zu tun hat. Gleiches gilt für das Schneiden eines Filmes, der nicht ein Sammelsurium aller brauchbaren Szenen sein kann, sondern ausschließlich das zwingend erforderliche Maß für die filmische Offenbarung enthält. Welch ein persönlicher Genuss für Filmer, in einer passablen Zeit beim Filmschnitt ein Schätzchen reifen zu fühlen, das bei jeder öffentlichen Projektion ein Schmankerl ist! Minutenfilme sind nicht irgendwas. Professoren an Filmhochschulen lassen von künftigen Studenten Minutenfilme anfertigen, um deren Filmverständnis zu testen.

Szenenbild des Minutenfilms „Frohes Fest!“ von Manfred Hennig und Frank Dietrich (2013).

2018 wird im BDFA zum 25. Mal ein Minutenwettbewerb ausgestaltet, der nur Filmen bis maximal 60 Sekunden eine Teilnahme gestattet. Neben dem Amüsement in mehreren Stufen und unter aktiver Einbeziehung des Publikums werden zwei Filme auserkoren, die den BDFA beim World Minute Movie Cup der UNICA, nächstens im tschechischen Blansko, vertreten.

Was schafft man in einer Minute Film? „Weil Kürze denn des Witzes Seele ist …“ hat schon Shakespeare gewusst! Humor passt also schon mal. Und da das „votende“ Publikum beim Deutschen Minutenwettbewerb, beim Minutencup während der DAFF und beim WMMC der UNICA vordergründig einen unterhaltsamen Abend erleben will, gewinnen oft die humorvollsten Filme.

Machen und sich ausprobieren ist richtig. In einem k.o.-System gleich gewinnen zu wollen, ist schon schwieriger. Da muss der Autor sein Publikum gut kennen, um ihm den genau richtigen Leckerbissen vorzusetzen.

Ein erzählter Witz mit zwei Männern, ein Wort hin, eins zurück und fertig, reicht wohl nicht: In Bildern zu erzählen, ist die Kunst, Bekanntes in neuer Sicht anzubieten, ist die hohe Kunst. Der Schreiber dieser Zeilen zeigt seit Jahren Minutenfilme, die menschliche Tiefen sichtbar machen: Gier, Mord, Überwachung, Scheidung, erotische Geldautomaten … Hinsetzen, nachdenken, losmachen. Das Leben hält so viele Geschichten parat, man muss sie nur einsammeln.

Letzter Absatz zum Humor: „Differenz“ ist das Schlüsselwort. Je größer die Differenz zwischen dem zu Erwartenden im Film und dem dann Eintretenden, desto stärker ist der Überraschungseffekt, der zu heftiger Heiterkeit beim Publikum führt. Punkt. Und was ist mit ernsteren Minutenfilmen? Es gibt sie leider nur selten, sie fehlen sehr. Die Senftenberger Videofilmer stiften jedes Jahr einen „Minuten-Kunst-Preis“, der kleine Dokumentationen, Reportagen, Porträts, Satire und experimentelle Kunst befördern soll. Eine Spielwiese ohnegleichen lädt zum Betreten ein. Lasst Pflänzchen zu leuchtenden Blumen erblühen!

Machen Sie Minutenfilme, nur 19 Werke wurden 2017 eingereicht, wir hatten schon mehr als 50 im Programm!

Gehen Sie auf die Seite www.videofilmer-senftenberg.de und erfahren Sie dort Termine und Reglement. Lernen Sie von anderen Filmemachern, indem Sie den 25. Deutschen Minutenwettbewerb besuchen. Senftenberg im Seenland ist immer eine Reise wert.

Frank Dietrich
für die Videofilmer Senftenberg